https://www.dice.hhu.de/fileadmin/re..._OP_Haucap.pdf
Glücksspielregulierung aus ordnungsökonomischer Perspektive Justus Haucap

Laut Jahresreport 2019 der obersten Glücksspielaufsichtsbehörde In Hessen, der im November 2020 publiziert wurde, zufolge liegen die gesamten Spieleinsätze im deutschen Glücksspielmarkt hochgerechnet bei 86,5 Mrd. Euro, wobei auf den sog. „erlaubten“ Markt rd. 63,0 Mrd. Euro bzw. 73% entfallen und auf den „unerlaubten“ Markt – also Anbieter ohne eine explizite Genehmigung zum Angebot -23,5 Mrd. Euro bzw. 27% des Gesamtvolumens. (HMDIS, 2020, S. 15) Gemessen an den Bruttospielerträgen sieht die Aufteilung etwas anders aus. Dies liegt daran, dass die Bruttospielerträge bei Online-Casino und Sportwetten sehr viel kleiner sind als etwa bei Lotto. Von den gesamten Bruttospielerträgen in Höhe von etwa 13,3 Mrd. Euro entfallen 11,1 Mrd. Euro bzw. 83% auf den erlaubten Markt und 2,2 Mrd. Euro bzw. 17% auf den nicht genehmigten Markt, also den Schwarzmarkt


Die Glücksspielregulierung der vergangenen 20 Jahre ist dabei im Wesentlichen ein Lehrstück für politisches Versagen. Unter fortwährender Missachtung von Europa- und bisweilen auch Verfassungsrecht wurden zum einen Grundfreiheiten der Bürgerinnen und Bürger eingeschränkt, zum anderen gab es aber keinen wirksamen Jugend- und Spielerschutz. Insofern hat die Glückspielregulierung der vergangenen 20 Jahre – bedauerlicherweise – viel mit der Corona-Politik in Deutschland gemeinsam.